Im Netz der Kinderschänder?

Der Herr Tomik hat für die F.A.Z. einen Artikel über Internetsperren geschrieben, darauf wollten wir eigentlich per E-Mail reagieren, nur leider scheint der Mailserver unsere Mails vehement abzulehnen.

Sehr geehrter Herr Tomik,

ich hätte Ihnen diese Nachricht gerne anders zukommen lassen, nur leider scheint der F.A.Z.-Mailserver unsere E-Mails abzulehnen:

550 Rule imposed mailbox access for ....@faz.de refused.

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel zu Kinderpornographie und Internetsperren gelesen. Ehrlich gesagt kommt er mir aber vor, als wäre er ein wenig aus der Zeit gefallen.

Vor allem finde ich ihn aber schlecht recherchiert.

Zum Beispiel bei der Aussage:

"Es heißt, dass noch Daten von 48 Terabyte beim Landeskriminalamt auf eine Auswertung warten. Das wären etwa 364 Millionen Bilder"


frage ich mich, welche Relevanz es haben soll, wieviele Bilder in 48 Terabyte passen würden.

Denn: 48 Terabyte sind etwa wieviele Recher? 100?
Ist diese Arbeitsüberlastung vielleicht auch eine Folge der wenig erfolgreichen Operation Himmel? [1] [2]

Eine solch astronomische Zahl kann doch nur dazu dienen dem Leser eine enorme Handlungsnotwendigkeit zu suggerieren.

Zu den von Ihnen erwähnten Verweilzeiten der Inhalte im Netz habe ich genau zwei Anmerkungen:

 

    1. Solange die Deutsche Polizei ermächtigt, ist Server mit solchen Bildern in Deutschland monatelang weiterzubetreiben (siehe Operation Himmel), brauchen wir nicht mit dem Finger ins Ausland zu zeigen.

 

    1. Wenn's eine E-Mail an den Provider nicht tut,
      /blog/2009/08/24/warum-man-mit-kooperation-weiter-kommt/
      dann bleibt immernoch die Möglichkeit dort mal anzurufen:
      /blog/2009/07/08/versuch-einer-aufloesung/
      /blog/2009/06/26/kurze-meldung-an-den-anonymen-tipgeber/

 


Das wäre übrigens meines Erachtens das Mindeste, wenn es Ihnen tatsächlich um die Entfernung dieser Menschenverachtenden Bilder, und nicht einfach nur um eine reißerische Story gegangen wäre.

Ähnlich wie das BKA und der Herr Vogt benutzen Sie hier das Argument der eigenen Ohnmächtigkeit, um weitergehende Befugnisse im Sinne einer Inhaltskontrolle im Internet zu argumentieren.

[1] (An der übrigens auch der Herr Vogt beteiligt war)
[2] 100 Rechner, die unter Umständen seit mehr als zwei Jahren auf Ihre Untersuchung warten, siehe auch: /blog/2009/04/16/kommentar-zu-herrn-vogts-darstellungen/

Wer möchte: weitersagen :)