Jahresrückblick und Spendenaufruf

Liebe Menschen, die MOGiS e.V. im zu Ende gehenden Jahr unterstützt und/oder die Arbeit von MOGiS e.V. verfolgt haben,

Ihnen und Ihren Lieben wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes Neues Jahr 2018!

Wie immer möchten wir Ihnen zu dieser Zeit für die vielfältige Unterstützung danken und ein wenig zurückschauen.

Das Schönste zu Anfang: am 12. April wurde MOGiS-Vorstands- und Gründungsmitglied Gabriele Gawlich für ihre langjährigen Verdienste zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und für Hilfen für Betroffene mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Wir gratulieren nochmal aufs Herzlichste und sind - ganz ehrlich – nicht nur ein bisschen stolz!

Auch das Jahr 2017 stand wieder unter dem Motto: MOGiS und Freunde. Kinderrechte brauchen breite gesellschaftliche Bündnisse über alle tatsächlichen oder vermeintlichen Grenzen hinweg. Am besten: weltweit! Grenzen und Gräben gilt es, zu überwinden. Durch Begegnungen lernen wir voneinander, geben Ressentiments und Vorurteilen keine Chance und: sind einfach stärker!

Nach zweijähriger Erarbeitung wurde im April das Positionspapier des Bundesforum Männer zu "Beschneidung von Jungen" beschlossen. Es ist ein großer Erfolg, dass sich hier ein sehr breit aufgestelltes und an die Politik angeschlossenes Netzwerk so deutlich hinter die Schutzrechte von Jungen stellt.

Der diesjährige Welttag der genitalen Selbstbestimmung am 7. Mai war schwerpunktmäßig den westlich finanzierten Massenbeschneidungsprogrammen an der männlichen Bevölkerung in Afrika gewidmet. So durften wir auf unsere Einladung  Prince Hillary Maloba vom V.M.M.C.-Experience-Project und Owino Kenneny von INTACT KENYA aus Kenia begrüßen. Unser Ziel wurde erreicht: erstmals konnten afrikanischen Aktivisten hier in Deutschland von den Kinder- und Menschenrechtsverletzungen in diesem Zusammenhang berichten. Dies geschah im Rahmen einer Pressekonferenz im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin und auf der schon traditionellen Kundgebung am 7. Mai in Köln. Alle ihre Beiträge und natürlich auch die der anderen Teilnehmer*innen sind online verfügbar.
45 Organisationen aus elf Ländern auf fünf Kontinenten riefen 2017 zu diesem Kinderrechtetag auf!

Am 8. Mai fand die Fachtagung "Jungenbeschneidung in Deutschland - ein Bestandsaufnahme" am 8. Mai an der Universität Düsseldorf in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf und der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (dgpm) e.V. - Sektion Kinder- und Jugendpsychosomatik statt. MOGiS e.V. war damit nach 2014 erneut Mit-Ausrichter einer wissenschaftlichen Fachtagung.
Forschen und Vortragen ist die eine Seite, aber es gilt auch, sich Fragen einer konkreten Umsetzung in einem gesellschaftlich kontroversen Thema zu stellen. Auch dies hat die Fachtagung mit der Formulierung dieses Forderungskataloges getan.

MOGiS e.V. fand auch mehrfach in der Presse Gehör, neben den Berichten zum 7. Mai auch nach einer Pressemitteilung zu einem Berliner Gerichtsfall.

In einem erneuten großen Bündnis von Organisationen wurde Kritik zum fünften Jahrestag des „Beschneidungsgesetzes“ laut.

Mit dem Artikel "Perspektiven leidvoll Betroffener - Kinderrechte als Chance" konnten die MOGiS-Mitglieder Önder Özgeday und Victor Schiering in der Fachzeitschrift "Pädiatrische Praxis" einen Übersichtsartikel veröffentlichen.  Stimmen von Betroffenen sind nun auch dort vernehmbar.

Der Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. hat seit seiner Gründung im Jahr 2012 stets die medizinischen Fragen zu Vorhautamputationen an Jungen zentral im Dialog mit Ärzteorganisationen thematisiert; stellen in Deutschland schließlich umstrittene Diagnosen von in den meisten Fällen entwicklungsbedingt normalen und beschwerdefreien Vorhautengen im Kindesalter die häufigste Ursache dafür, dass Jungen nicht mit vollständigen Genitalien das Erwachsenenalter erreichen.

Mit dem Erscheinen der neuen Leitlinien „Phimose und Paraphimose“ unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie ist die Bewertung der Entwicklung der kindlichen Vorhaut, ihre Bedeutung und Funktion sowie die Behandlung möglicher tatsächlicher Beschwerden endlich auf eine wissenschaftlich belastbare Grundlage gestellt worden.
Allen beteiligten medizinischen Fachgesellschaften danken wir herzlich. Nun müssen auch die übrigen gesellschaftlichen Kräfte ihre Beiträge zu gleichem Schutz aller Kinder unabhängig vom Geschlecht in ihren Rechten auf genitale Selbstbestimmung leisten. Ein weiterer Weg ist jetzt geebnet!

Mit großer Sorge kommentierten wir internationale Entwicklungen, die auch die Rechte von Mädchen und Frauen auf Selbstbestimmung über ihre Genitalien wieder in Frage stellen. Erneut wird deutlich: Menschenrechte dürfen niemals nach Geschlecht unterschiedlich ausgelegt werden. Wer nur die einen schützen will, schützt schließlich niemanden. Das darf nicht geschehen.

Wir hoffen, Ihnen wieder zeigen zu können: MOGiS wirkt.

Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, unsere Aktivitäten fortzuführen und auszubauen.
Wir haben noch viel vor!
Im kommenden Jahr möchten wir wieder verstärkt zum Thema Sexueller Missbrauch arbeiten und Weibliche Genitalverstümmelung in Asien als Schwerpunkt des Welttags der Genitalen Selbstbestimmung behandeln. Natürlich wieder mit vielen starken Partner*innen. MOGiS und Freunde eben.

Helfen Sie mit! Geben Sie mit Ihrer Spende Betroffenen eine Stimme.

 

Ihr MOGiS e.V. - Eine Stimme für Betroffene